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Datensicherung: so schützen Sie Fotos, Dokumente und Mails

Die 3-2-1-Regel der Datensicherung, konkrete Werkzeuge für Windows und Mac. Fotos, Dokumente und E-Mails zuverlässig sichern.

5 Min LesezeitAktualisiert ClaveON · Vor-Ort-Erfahrung Köln
Jemand sitzt ruhig im Sessel mit einer Tasse Tee, das Telefon liegt unbeachtet auf dem Beistelltisch.

„Meine Festplatte ist kaputt, und da waren die Fotos der letzten zehn Jahre drauf.“ Solche Nachrichten landen regelmäßig in unserem Posteingang, und fast immer folgt der gleiche Satz: ein Backup gab es nicht. Das Ärgerliche daran ist, dass der Aufwand vorher klein gewesen wäre. Genau darum geht es hier.

Die 3-2-1-Regel (Standard der Profis)

Das ist die Gold-Regel für sichere Daten:

  • 3 Kopien Ihrer wichtigsten Daten
  • 2 verschiedene Medien (z.B. Computer-Festplatte + externe USB-Platte)
  • 1 Kopie außer Haus (Cloud oder Kopie im Büro/bei Verwandten)

Beispiel:

  1. Fotos auf dem PC (Original)
  2. Fotos auf externer USB-Festplatte (lokales Backup)
  3. Fotos in iCloud / Google Fotos (externes Backup)

Was soll gesichert werden?

Unbedingt

  • Fotos und Videos (unersetzlich)
  • Dokumente (Rechnungen, Verträge, Steuer, wichtige PDFs)
  • E-Mail-Archiv (bei IMAP: liegt beim Anbieter, zusätzlich lokal sichern)
  • Passwort-Manager-Datei
  • Browser-Lesezeichen
  • Kontakte und Kalender

Nicht so wichtig

  • Programme (lassen sich neu installieren)
  • Spiele (über Steam/Epic neu herunterladen)
  • System-Einstellungen (kosten Zeit, aber reproduzierbar)

Methode 1, Externe Festplatte (Pflicht)

Die Basis jeder Datensicherung:

Hardware: Externe USB-Festplatte 2 TB ab 60-80 € (WD My Passport, Seagate Backup Plus, Toshiba Canvio).

Windows, Automatisches Backup

  1. Einstellungen → Update & Sicherheit → Sicherung (Win 10) oder System → Speicher → Sicherung (Win 11)
  2. „Laufwerk hinzufügen“ → externe Festplatte auswählen
  3. „Automatische Sicherung“ aktivieren
  4. „Weitere Optionen“ → Häufigkeit (täglich empfohlen)

Windows sichert dann alle wichtigen Ordner automatisch.

Mac, Time Machine

  1. Externe Festplatte anschließen
  2. Mac fragt: „Soll diese Festplatte als Time-Machine-Backup verwendet werden?“Ja
  3. Automatische Sicherung alle Stunde

Time Machine hat einen großen Vorteil: es arbeitet im Hintergrund, ohne dass Sie je wieder daran denken müssen. Genau daran scheitern die meisten Backup-Vorsätze.

Wichtig: Externe Festplatte nach jedem Backup abziehen und sicher aufbewahren (andere Räumlichkeit, Safe, Mietkisten-Keller). Sonst schützt sie nicht vor Ransomware oder Feuer/Wasserschaden.

Methode 2, Cloud-Backup (zusätzlich)

Schützt vor Verlust des gesamten PCs (Feuer, Diebstahl, Wasser).

Empfehlung nach Nutzer-Typ

  • iPhone + Mac: iCloud+ 200 GB für 2,99 €/Monat
  • Android + Windows: Google One 100 GB für 1,99 €/Monat oder 2 TB Familie für 9,99 €/Monat
  • Windows-only (viel): OneDrive 1 TB (in Microsoft 365 enthalten, ab 7 €/Monat)
  • Hardcore-Backup: Backblaze (unlimited, 7 €/Monat) oder IDrive (5 TB für 50 €/Jahr)

Worauf achten

  • Versionierung: Werden alte Versionen einer Datei aufbewahrt? (Wichtig gegen Ransomware)
  • Verschlüsselung: Zumindest bei Transport und Speicherung
  • DSGVO-konform: Server in der EU, oder in einem Land mit Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission. Alle oben genannten erfüllen das

Wenn der Anbieter nicht mitlesen soll

Bei iCloud, Google One und OneDrive liegen Ihre Dateien verschlüsselt auf dem Server, aber den Schlüssel hält der Anbieter. Technisch kann er hineinsehen. Für Urlaubsfotos ist das den meisten gleich, für Steuerunterlagen, Arztbriefe oder Verträge nicht.

Wer das nicht möchte, braucht einen Dienst mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Der Schlüssel bleibt dann auf Ihrem Gerät.

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Wir richten dafür Proton Drive ein, vom selben Anbieter wie der Passwort-Manager aus dem Ratgeber Passwort-Manager einrichten. Proton sitzt in der Schweiz und schreibt zur Technik: „Dank unserer Ende-zu-Ende- und Null-Zugriff-Verschlüsselung kann niemand ohne deine Erlaubnis auf deine Dateien zugreifen.“ Die Schweiz liegt nicht in der EU, hat aber einen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission, eine Übertragung dorthin wird also behandelt wie eine innerhalb der EU.

Der Haken ist bei jeder Ende-zu-Ende-Verschlüsselung derselbe, und er ist wichtig: Verlieren Sie Passwort und Wiederherstellungscode, kommt niemand mehr an die Dateien, auch der Anbieter nicht. Beides gehört an einen sicheren Ort, bevor Sie dort etwas ablegen. Genau das halten wir bei der Einrichtung gemeinsam fest.

Und die Regel von oben gilt weiter: Ein Sync-Dienst allein ist kein Backup. Proton Drive ist die Kopie außer Haus, nicht der Ersatz für die externe Festplatte.

Proton Drive ansehen →

Die Seite öffnet auf Englisch, das Programm selbst ist auf Deutsch. Die Preise stehen dort und nicht hier, weil sie sich ändern. Wenn Sie dort ein Abo abschließen, erhalten wir eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis nicht, und unsere Empfehlung hängt nicht davon ab: die drei Dienste oben empfehlen wir genauso, obwohl wir daran nichts verdienen.

Methode 3, Fotos separat sichern

Weil Fotos oft der wichtigste Datentyp sind, lohnt eine eigene Strategie:

Aktuelle Fotos:

  • iCloud Fotos oder Google Fotos (automatisch vom Handy)
  • Quality: „Original“ (kostet Speicher, aber kein Qualitätsverlust)

Archiv:

  • Einmal im Jahr alle Fotos vom vergangenen Jahr auf zwei externe Festplatten kopieren
  • Eine Festplatte zu Hause, eine bei Verwandten/Freunden aufbewahren

Extra sicher (Profi-Level):

  • NAS im Haus (z.B. Synology DS220+) mit RAID-1 (zwei Platten parallel)
  • Zusätzlich Cloud-Sync zu Backblaze B2 (~5 €/Monat pro TB)

Methode 4, Smartphone-Backup

iPhone

  1. iCloud-Backup aktiv? Einstellungen → [Name] → iCloud → iCloud-Backup → EIN
  2. iCloud Fotos aktiv? Einstellungen → [Name] → iCloud → Fotos → „In iCloud sichern“

Android

  1. Google-Backup: Einstellungen → System → Sicherung
  2. Google Fotos Sync: in der App, Profil → Fotos-Einstellungen → Sicherung

Ernstfall, Daten wiederherstellen

Festplatte gecrashed

  • Externe Backup-Platte anschließen
  • Neuer PC oder reparierter PC
  • Windows: Über „Dateiversionsverlauf“ wiederherstellen
  • Mac: Time Machine → Datum auswählen → Dateien zurückkopieren

Versehentlich gelöscht

  • Papierkorb prüfen (Standard-Lösung)
  • Versionsverlauf in Cloud: Viele Cloud-Dienste (iCloud, Google Drive, OneDrive) bewahren gelöschte Dateien 30 Tage auf
  • Externes Backup konsultieren

Ransomware

Seltener, aber ernst: Daten auf PC verschlüsselt, Lösegeld gefordert.

  1. Kein Geld zahlen (kommt selten zurück)
  2. PC komplett neu aufsetzen
  3. Von externer Festplatte (die NICHT dran war) wiederherstellen
  4. Bei BSI-Meldestelle Anzeige erstatten

Was nicht reicht

  • Eine einzige Festplatte (kann ausfallen)
  • Cloud-Sync als Backup (synchronisiert auch Löschungen)
  • RAID allein (schützt nur vor Festplattenausfall, nicht vor Löschen)
  • „Ich mach das irgendwann“, ja, irgendwann ist es zu spät

Wir richten alles ein

Sie müssen das nicht selbst zusammenbauen. In einer Vor-Ort-Hilfe für 79 € steht Ihre Sicherung fertig da:

  • Ihre externe Festplatte anschließen und einrichten (die Platte kaufen Sie selbst, ab etwa 60 €, wir sagen Ihnen vorher welche)
  • automatisches Backup einschalten, damit Sie nie wieder daran denken müssen
  • Cloud-Backup einrichten, falls gewünscht
  • einmal testen, ob die Wiederherstellung wirklich klappt, das ist der Schritt, den fast alle auslassen
  • Erinnerung einstellen, wann die Platte gewechselt gehört

Anfahrt in Köln inklusive.

Häufige Fragen

Reicht Dropbox / Google Drive als Backup?

Nein, nicht allein. Cloud-Sync ist kein Backup, wenn Sie eine Datei löschen oder verschlüsselt wird, wird die gelöschte/verschlüsselte Version synchronisiert. Echtes Backup ist eine unveränderliche Kopie.

Wie oft sollte ich sichern?

Wichtige Dokumente: täglich (automatisch). Fotos: wöchentlich oder nach jedem größeren Ereignis. Seltenere Daten: monatlich. Bei Cloud-Backup läuft das automatisch.

Was kostet guter Backup?

Einstieg: 60-80 € für externe 2TB-Festplatte (einmalig). Cloud-Backup: ab 3-7 €/Monat für 1TB (Backblaze, IDrive, iCloud+, Google One). Besser: Kombination.

Was ist Ransomware? Kann Backup davor schützen?

Ransomware verschlüsselt Ihre Daten, Erpressung per Geld. Ein Backup, das NICHT dauerhaft am PC hängt (externe Platte abgezogen!), schützt davor. Bei Befall: PC säubern, Daten aus Backup wiederherstellen.

Lieber persönlich helfen lassen?

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Preis und Umfang klären wir vorher. Kein Callcenter, sondern jemand aus Köln.

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